Mit den S/4 HANA-Inno­va­tionen von SAP entwi­ckelt sich gleich­zeitig eine neue Generation der Konso­li­dierung, die über das reine externe Rech­nungs­wesen hinausgeht und die Infor­ma­ti­ons­basen unter­neh­me­ri­schen Kern- und Support­funk­tionen (Controlling, Produktion, Beschaffung und Logistik, etc.) entlang des Wert­schöp­fungs­pro­zesses integriert.

Gerade für den Finance-Bereich besteht u.a. durch:

  • erhöhte regu­la­to­rische Anforderungen,
  • die Forderung nach mehr Flexi­bi­lität des Konzernberichtswesens,
  • immer komplexer werdender M&A‑Vorgänge,
  • eine steigende Erwar­tungs­haltung gegenüber Finanzkennzahlen

die Notwen­digkeit, Infor­ma­ti­ons­basen im Verbund zu einer zentralen Quell­basis zu komprimieren. 

Die Vision, in Echtzeit auf eine zentrale Quell­basis zugreifen zu können, und gestützt durch Advanced Analytics anhand geeig­neter Unter­neh­mens­steue­rungs- und Prognose-Modelle optimale Entschei­dungen zu treffen, fordert eine Revo­lution der bestehenden Finance-Prozesse. 

  • Wie schaffen Sie eine moderne zentrale Quell­basis aus hete­ro­genen ERP-Systemen?
  • Wie schaffen Sie eine optimale Grundlage für den Aufbau einer opera­tiven Enter­price-Perfo­mance-Plattform zur Zentra­li­sierung der Finance-Landschaft?
  • Wie kommen Sie in einem hete­ro­genen IT-Umfeld am schnellsten und am reibungs­lo­sesten zu einer S/4 HANA-Integration?

Die Antwort der SAP lautet „Central Finance“…

Was bedeutet Central Finance und wie kann es meinen bestehenden Accounting Prozess verbessern?

Central Finance ermög­licht den Konzernen eine konsis­tente, zentra­li­sierte Daten­basis. Diese bedingt sich durch konti­nu­ier­liche Repli­ka­tionen von Belegen sowie durch umfang­reiche Mappings, die die Belege aus den Quell­sys­temen richtig umschlüsseln und harmo­ni­sieren. Quell­systeme können sowohl SAP Systeme unter­schied­licher Releases als auch Non-SAP-Systeme sein.

Vor dem Mappen von Buchungs­be­legen werden diese über den „SAP Landscape Trans­for­mation Repli­cation Server“ in die entspre­chende Rech­nungs­wesen-Schnitt­stelle des Central Finance überführt. Repli­ziert werden nicht nur FI-/CO-Buchungen, sondern auch control­ling­in­terne Buchungen, Kosten­träger, Mate­ri­al­kal­ku­la­tionen sowie eine Vielzahl von Logis­tik­daten (Bestell- und Auftrags­daten, Kreditor- und Debi­to­ren­rech­nungen). Die Belege werden mit einer Rück­ver­bindung zum Origi­nal­beleg des sendenden Quell­system neu angelegt. So wird gewähr­leistet, dass der Buchungs­beleg nicht einfach ohne Vorprü­fungen über­nommen wird, sondern mit der Repli­kation eine erneute Über­prüfung der Stamm­daten mit anschlie­ßender Vali­dierung, vollzogen wird.

Das Mapping harmo­ni­siert die Beleg­s­tamm­daten durch betriebs­wirt­schaft­liche Zuord­nungen von Busi­ness­objekt-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­nummern (Debitoren, Kredi­toren, etc.). Dazu gehören auch Codes für Buchungs­kreise, Geschäfts­be­reiche oder Länder­codes, die von unter­schied­lichen Quell­sys­temen und der SAP Central Finance-Land­schaft abweichen. Gemappt werden die Busi­ness­objekt-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­nummern durch Schlüs­sel­map­pings sowie die Buchungs­kreis- und Geschäfts­be­reichs Codes durch soge­nannte Wertem­ap­pings. Zusätzlich werden zeit­ab­hängige Kosten­träger aus den Daten­quellen durch Kosten­trä­ger­map­pings innerhalb des Systems in zeit­un­ab­hängige Sach­kon­ten­formen umgemappt.
Gespei­chert wird die Gesamtheit der Belege als „Single Source of Truth“ in einer zentralen Clus­ter­ta­belle, der soge­nannten ACDOCA-Tabelle (Universal Journal). Von diesem Punkt aus kann von S/4 HANA Finance in Echtzeit auf die Daten zuge­griffen werden. Bei Bedarf und Anbindung der neuen SAP Konso­li­die­rungs­lösung S/4 HANA Group Reporting (siehe Abbildung 1) erfolgt der Zugriff auf konso­li­die­rungs­re­le­vante Daten durch einen Transfer in die konso­li­die­rungs­spe­zi­fische Tabelle (ACDOCU).

Echtzeit-Prozesse und Repli­ka­tionen machen in der Konso­li­dierung 4.0 den Unter­schied. Das Universal Journal mit seiner ACDOCA bietet die Möglichkeit einer zentralen, einheit­lichen Daten­quelle, bestehend aus einer Vielzahl von Tabellen, die ursprünglich modul­spe­zi­fisch und unab­hängig vonein­ander kommu­ni­zierten. Durch die neue ACDOCA werden durch Zusam­men­fügen dieser Tabellen echte Synergien und Zeit­er­spar­nisse geschaffen.

Abbildung 1: System­ar­chi­tektur der Daten­re­pli­kation in Central Finance (Eigene Darstellung)

Der Weg ist das Ziel! – Bishe­riger Entwick­lungspfad von Zentral Finance

Die Entwicklung von Central Finance geht einher mit der Markt­ein­führung von SAP S/4 HANA Finance im Jahr 2015. Neben der stetigen Erwei­terung der Repli­kation- und Mapping­funk­tionen zeigt sich entlang des Entwick­lungs­pfades, dass ab 2017 der Fokus verstärkt auf die Ausar­beitung neuer Möglich­keiten des Reportings und des Central Payments gesetzt wurden (siehe Abbildung 2). Anwender sollen von nun an die Möglichkeit haben, Reports in Echtzeit zu gestalten und neben Standard-Buchungs­di­men­sionen (Buchungs­kreis, Konto, Betrag, etc.) um weitere Felder (Geschäftsart, Geschäfts­be­reich, Vertriebs­kanal, etc.) ergänzen zu können. Direkt nach einem Buchungs­vorgang kann nun auf diese Multi­di­men­sio­na­lität für Reports zuge­griffen und gege­be­nen­falls mithilfe von BI-Tools, wie beispiels­weise SAP Analytics Cloud, ausge­wertet werden.

Zusätzlich findet eine Entlastung bei den Abschluss­ar­beiten durch direkten Zugriff auf die Part­ner­in­for­ma­tionen statt. Extra-Lade­vor­gänge in ein Abstim­mungstool können vermieden werden, da die Infor­ma­tionen bereits nach einer abge­setzten Buchung zur Verfügung stehen.

Abbildung 2: Entwicklung Central Finance (Eigene Darstellung)

Ein Blick in die Zukunft

Für die nächsten Jahre stehen eine Reihe von Verbes­se­rungen auf dem Plan. So soll noch im Jahr 2020 das Joint Venture-Accounting voll­um­fänglich inte­griert werden. Durch die Inte­gration wird ermög­licht, alle rele­vanten Joint Venture-Elemente in das Universal Journal über­führen zu können.

Ein weiteres Feature, welches noch dieses Jahr zur Verfügung stehen soll, besteht in der Möglichkeit, Aufnahmen und Repli­kation von Doku­men­tän­de­rungen künftig zurück in die Quell­systeme zu schreiben. Dies soll über die soge­nannte „Staging Area“ erfolgen. Diese wird verwendet, um eine Verbindung mit Quell­sys­temen herzu­stellen, die über ein anderes Daten­modell als das von Central Finance verfügen.

Neben einer Reihe von Modi­fi­ka­tionen und Erwei­te­rungen, die im Central Finance für das Jahr 2021 (siehe Abbildung 3) geplant sind, ist der Ausblick auf das Jahr 2024 inter­essant. Geplant ist die verstärkte Inte­gration von Advanced Analytics, um u.a. voraus­schauende Buch­führung durch Vorhersage zukünf­tiger Einnahmen und Kosten der verkauften Waren auf Grundlage bestehender Kunden­auf­träge zu ermöglichen.

Wir sind gespannt, wie stark der Advanced Analytics Bereich inte­griert werden kann.

Alles in allem bietet Central Finance nicht nur die optimale  Grundlage für einen reibungs­losen Umstieg auf SAP S/4 HANA sondern ist gleich­zeitig der ideale Weg, Konso­li­dierung 4.0 durch SAP S/4 HANA for Group Reporting in ihr zu inte­grieren und  Synergien für das Reporting in Echtzeit freizusetzen.

Abbildung 3: Central Finance Roadmap (Eigene Darstellung)