Ein durch­dach­tes Standard-Berichts­we­sen mündet in ein Sto­ry­tel­ling Framework. Dieses basiert auf den rol­len­ba­sier­ten Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis­sen der Adres­sa­ten bzw. der gewünsch­ten Daten­sicht. Fünf Dashboard-Konzepte am Beispiel der SAP Analytics Cloud.

 

Auswahl des passenden Dashboard Konzepts

Die Ziel­set­zung des Sto­ry­tel­ling im Reporting ist die Ver­mitt­lung von Bot­schaf­ten, Daten oder auch generell von Analyse-Ergeb­nis­sen. Dies ist in vielen Unter­neh­mens­be­rei­chen ein not­wen­di­ger, aber schwie­ri­ger Vorgang. Infor­ma­tio­nen werden nicht nur komplexer, sondern gewinnen an Masse und Umfang. Gleich­zei­tig wird die Auf­nah­me­fä­hig­keit der Berichts­adres­sa­ten durch Infor­ma­ti­ons­über­flu­tung begrenzt und es wird immer schwie­ri­ger, komplexe Infor­ma­tio­nen ver­ständ­lich und anschau­lich zu visua­li­sie­ren.

Not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung für ein effek­ti­ves Sto­ry­tel­ling ist neben der Rol­len­de­fi­ni­ti­on der Berichts­adres­sa­ten, den rele­van­ten Ergeb­nis­wel­ten und deren Infor­ma­ti­ons­tie­fe sowie The­men­schwer­punk­ten, die konkrete Aus­ge­stal­tung der Storyline für den jewei­li­gen Adres­sa­ten. Dies setzt die genaue Kenntnis der rele­van­ten Ana­lys­e­in­hal­te und den Ana­ly­se­zweck voraus, um neben aus­sa­ge­fä­hi­gen KPIs das passende Dashboard-Konzept aus­zu­wäh­len.

 

Scoreboard Dashboard

Das Scorecard Dashboard hat das primäre Ziel einen Überblick über das Unter­neh­men, z.B. die Umsatz­er­lö­se nach Business Unit und Pro­dukt­grup­pe und die jeweilige Ziel­er­rei­chung, zu ver­mit­teln, um schnell Ent­schei­dun­gen zu treffen und Maßnahmen abzu­lei­ten. Es eignet sich ins­be­son­de­re für das Top-Manage­ment.

Bevor­zug­te Dar­stel­lungs­for­men sind ins­be­son­de­re (gesta­pel­te) Balken- und Säu­len­dia­gram­me in Kom­bi­na­ti­on mit Abwei­chun­gen und Top N‑Sortierung, um auch mehr­di­men­sio­na­le Analysen über­sicht­lich dar­zu­stel­len. Sehr beliebt sind an dieser Stelle auch Tree Maps, da Zusam­men­hän­ge ohne die Abbildung von Werten über die Größe der Qua­dran­ten und Abwei­chun­gen über die Farb­ge­bung erkennt­lich sind. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass es sich lediglich um eine Indi­ka­ti­on handelt und eine hohe Anzahl an Qua­dran­ten den Infor­ma­ti­ons­ge­halt trüben kann. Dennoch ist die Tree Map eine gute Mög­lich­keit für den Einstieg und die anschlie­ßen­de Detail­ana­ly­se mittels Drill-Down, gerade wenn die einzelnen Werte stark von­ein­an­der abweichen.

Explo­ra­ti­ve Dashboard

Das explo­ra­ti­ve Dashboard zielt auf die Erkundung unbe­kann­ter Anwen­dungs­sze­na­ri­en, Kor­re­la­tio­nen und Ver­bin­dun­gen der Daten­men­gen und fällt in den Anwen­dungs­be­reich von Data Sci­en­tists. Die große Her­aus­for­de­rung besteht in der adäquaten Visua­li­sie­rung, um bei­spiels­wei­se eine Hypothese zu unter­su­chen oder in die Daten ein­zu­tau­chen und erste inter­es­san­te Fra­ge­stel­lun­gen zu finden. Hierbei kann die SAP Analytics Cloud in Form von Smart Insights und Smart Discovery unter­stüt­zen.

Smart Insights liefert Top Con­tri­bu­tors und bezieht sich auf Dimen­si­ons­ele­men­te, die den höchsten Beitrag zum ana­ly­sier­ten Daten­punkt liefern. Die Smart Insights-Funktion beant­wor­tet die Frage: „Welches sind die wich­tigs­ten Beiträge zu den in diesem Diagramm aus­ge­wähl­ten Daten­punk­ten oder Abwei­chun­gen?” Smart Discovery iden­ti­fi­ziert die wich­tigs­ten Ein­fluss­fak­to­ren einer aus­ge­wähl­ten Kennzahl oder Dimension, die anhand der Infor­ma­tio­nen in ihrem aus­ge­wähl­ten Modell mithilfe der Klas­si­fi­zie­rungs- und Regres­si­ons­tech­nik iden­ti­fi­ziert werden.

Die Funk­tio­nen ermög­li­chen ver­bor­ge­ne Muster und komplexe Bezie­hun­gen in Infor­ma­tio­nen sichtbar zu machen und über­sicht­lich dar­zu­stel­len. Ein span­nen­des Anwen­dungs­sze­na­rio ist die Portfolio-Analyse, um die Wech­sel­be­zie­hung von Produkt, Laufzeit, Zins, Rating, Währung, etc. zu ana­ly­sie­ren und Treiber und Ein­fluss­fak­to­ren zu iden­ti­fi­zie­ren.

Ope­ra­tio­nal Dashboard

Das Ope­ra­tio­nal Dashboard wird für die Analyse von zeitnahen Ver­än­de­run­gen (Moni­to­ring) von Koor­di­na­to­ren verwendet, um aktuelle Ent­wick­lun­gen zu ver­deut­li­chen und dem Berichts­adres­sa­ten die Mög­lich­keit zur Reaktion zu geben. Exem­pla­risch kann die Pro­duk­ti­vi­tät einzelner Werke oder auch gra­nu­la­rer Maschinen genannt werden. Adäquate Dar­stel­lungs­for­men sind bei­spiels­wei­se KPI-Kacheln mit Abwei­chungs­in­di­ka­to­ren sowie Time Series (Zeit­rei­hen) für die detail­lier­te­re Analyse.

Ana­ly­ti­cal Dashboard

Das ana­ly­ti­sche Dashboard zielt auf die detail­lier­te Daten­ana­ly­se in Form von visuellen Tabellen / Crosstabs mit erwei­ter­ten Fil­ter­mög­lich­kei­ten und Funk­ti­ons­um­fang ab, um primär die Ziel­grup­pe des Con­trol­lers mit Infor­ma­tio­nen zu versorgen. Hierbei sollte ebenfalls darauf geachtet werden, möglichst hohe Frei­heits­gra­de bei der Anpassung der Analyse bereit­zu­stel­len, um ad-hoc-Analysen oder Was-wäre-wenn-Analysen zu ermög­li­chen.

Guided Dashboard

Das Guided Dashboard zeichnet sich durch eine stark ein­ge­schränk­te Nut­zer­füh­rung aus, sodass wenige Filter zur Verfügung stehen und die Story vor­nehm­lich für das Manage­ment auf­be­rei­tet ist. Die Analyse wird in Form von diversen Visua­li­sie­run­gen mit hoch­ag­gre­gier­ten Daten auf­be­rei­tet, um primär Ent­wick­lun­gen und Abwei­chun­gen zur Steuerung abzu­bil­den.

 

Erhöhte Aus­sa­ge­kraft dank Sto­ry­tel­ling im Berichts­we­sen

Die Kom­bi­na­ti­on aus vor­de­fi­nier­ten Stories je Repor­ting­rol­le (Repor­ting­ma­trix) und aus­ge­wähl­ten Dashboard-Konzepten bilden das Sto­ry­tel­ling Framework, um den Berichts­adres­sa­ten eine unter­schied­li­che Sicht­wei­se auf die Daten bereit­zu­stel­len. Die bekannten Ebenen der Infor­ma­ti­ons­vi­sua­li­sie­rung im Dashboard-Design (Übersicht, Filter & Zoom, Detail­e­be­ne) bilden die Grundlage für die Aus­ge­stal­tung der Sto­ry­lines unter Ver­wen­dung der beschrie­be­nen Dashboard-Konzepte.

Die inhalt­li­che und tech­ni­sche Aus­ge­stal­tung sollte iterativ mit den rele­van­ten Berichts­adres­sa­ten in Form eines Pro­to­ty­p­ings erfolgen, um die Nutzer frü­hest­mög­lich zu invol­vie­ren, Zustim­mung zu erhalten und eine auf­wen­di­ge Mock-Up-Phase zu vermeiden. Vorab erstellte Konzepte werden regel­mä­ßig validiert und weitere Pro­jekt­pha­sen können vor­be­rei­tet werden. Hierbei sollte die Daten­auf­be­rei­tung / Modell­er­stel­lung ent­spre­chend berück­sich­tigt werden. Der frühe Prototyp dient der regel­mä­ßi­gen Abstim­mung mit dem Fach­be­reich und der Ein­ar­bei­tung von Feedback, um gemeinsam zu einem maß­ge­schnei­der­ten und effi­zi­en­ten Ergebnis zu gelangen.

Ein funk­tio­nie­ren­des Sto­ry­tel­ling mit Dashboard-Konzepten und ein­heit­li­chen Ver­wen­dungs­re­geln gewähr­leis­tet die gewünsch­te Aus­sa­ge­kraft von adres­sa­ten­spe­zi­fi­schen Dash­boards und erleich­tert die tägliche Arbeit von Report-Nutzern.

verovis unter­stützt Unter­neh­men jederzeit gerne bei der Ent­wick­lung von Sto­ry­tel­ling-Konzepten und den beglei­ten­den Berichten und Rollen.