Unter­nehmen sind mit hohen Inves­ti­tionen und teilweise unklarem Nutzen konfron­tiert, um die Digi­ta­li­sierung des Finanz­be­reichs voran­zu­bringen. Ein Ansatz, wie die Trans­for­mation gelingen kann.

Für die Digi­ta­li­sierung des Finanz­be­reichs ist die Verein­fa­chung von Prozessen und Struk­turen eine wichtige Grundlage. Denn Verein­fa­chung reduziert Komple­xität und macht Unter­neh­mens­daten effi­zi­enter verwendbar. Diese Grund­lagen zu schaffen, ist aller­dings nicht einfach.

Daten­basis durch einfache und inte­grierte Prozesse verbessern

Das Steue­rungs-Portfolio der Zukunft – und bereits das der Gegenwart – basiert auf Daten. Dafür müssen gewachsene Prozesse in Richtung einer einfa­cheren Inte­gration der Daten­basis neu gestaltet werden. Dies gelingt durch eine deutliche Verein­fa­chung, Harmo­ni­sierung und Inte­gration von Prozessen. Hierfür werden neue Appli­ka­tionen entwi­ckelt, die sich inno­va­tiver Tech­no­logien wie beispiels­weise Bots und künst­licher Intel­ligenz (KI) bedienen. Moderne Appli­ka­tionen auf mobilen Endge­räten geben gute Beispiele für einfache Lösungen. Durch sie kann sicher­ge­stellt werden, dass Prozesse mit höherer Qualität durch­ge­führt werden. Aus den dadurch entstan­denen Daten können neue, über­grei­fende Erkennt­nisse gewonnen werden.

Erwei­terte Daten­basis, denn mehr ist mehr

Um die Daten­basis weiter­zu­ent­wi­ckeln, muss der Finanz­be­reich Daten aus der Wert­schöpfung ebenso betrachten wie externe Daten. So können beispiels­weise durch die Analyse der Geschäfts­pro­zesse an den typischen Finanz­daten schnell mögliche Fehl­ent­wick­lungen erkannt und die Ursachen in den Daten der Wert­schöpfung model­liert werden. Dies setzt die ständige und flexible Verfüg­barkeit geschäfts­re­le­vanter Daten in hoher Qualität und in großen Mengen voraus. Diese Daten­haltung muss durch den Einsatz von Data Lakes flankiert werden, um noch größere Mengen poten­ziell erfolgs­kri­ti­scher Daten schnell analy­sieren zu können. Die Daten­ver­füg­barkeit im Unter­nehmen sollte sukzessiv erweitert und in einer geeig­neten IT-Land­schaft aufgebaut werden.

Digitale Plattform als Grundlage für das neue Lösungsportfolio

Eine digitale Plattform schafft mehr als nur die Grundlage für eine effi­ziente Weiter­ent­wicklung und Nutzung der Daten­basis. Sie dient auch der Erwei­terung und Flexi­bi­li­sierung des Service-Port­folios im Finanz­be­reich, indem intuitive Anwen­dungen und neue Tech­no­logien intel­ligent genutzt und mitein­ander verzahnt werden. Der Finanz­be­reich stellt für klas­sische Anwen­dungs­ge­biete wie Planung und Reporting ebenso wie für neue, zum Beispiel Advanced Analytics, KI oder Robotics, eine über­grei­fende Plattform mit einem flexiblen Service-Portfolio zur Verfügung, das jederzeit angepasst und effizient betrieben werden kann. Zudem sichert die schnelle Verfüg­barkeit von Daten und Lösungen die Leis­tungs­fä­higkeit des Finanzbereichs.

Inno­va­tives, daten­ge­trie­benes Lösungs­port­folio des Finanzbereichs

Die Nutzung neuer Methoden und Daten für eine verbes­serte Unter­neh­mens­steuerung ist ein Kern­be­reich der Digi­ta­li­sierung. Dabei ist nicht immer eine hohe Genau­igkeit ausschlag­gebend. Wenn zum Beispiel ein Auffahr­risiko im Auto signa­li­siert wird, steht dort nicht, wann und mit exakt wie viel Geschwin­digkeit die Kollision erfolgt und welcher Schaden dabei verur­sacht wird. Wichtiger ist es, schnell die richtigen Signale zu erhalten, um proaktiv handeln zu können. Ein Forecast, dessen Erar­beitung mehr als sechs Wochen in Anspruch nimmt, kann dies nicht leisten.

Statt­dessen muss er auf Knopf­druck entschei­dende Indi­ka­tionen liefern und den Hand­lungs­bedarf richtig adres­sieren. Moderne und bereits erprobte Lösungen finden sich in den Bereichen auto­ma­ti­sierter Prognosen für Planung und Forecast oder Anomalie-Erkennung auf Basis maschi­nellen Lernens. Maschi­nelles lernen wird in Reporting, Planung, Fore­casting, aber auch den klas­si­schen Finanz­pro­zessen der Unter­nehmen die Effizienz und Aussa­ge­kraft der Lösungen voran­bringen und deutlich mehr zum Einsatz kommen.

Inno­vation durch moderne Arbeitsweisen

Für Unter­nehmen ist es zunächst wichtig, die eigene Kraft und genügend Ressourcen frei­zu­stellen, um Digi­ta­li­sie­rungs­pro­gramme voran­zu­treiben. Mitar­beiter müssen durch neue Arbeits­weisen dazu motiviert werden, die gestal­tende Rolle zu über­nehmen, um schnelle, einfache und effektive Lösungen zu entwi­ckeln. Dazu sind Ansätze notwendig, die selten in den Arbeits­weisen der Unter­nehmen verankert sind. Statt­dessen sind derzeit vor allem sperrige und lang­wierige Verfah­rens­weisen etabliert, um Lösungen im Finanz­be­reich zu entwi­ckeln. Eine detail­lierte Konzeption mit umfang­reichen Spezi­fi­ka­tionen und lang­fris­tiger Planung ist heute jedoch nicht mehr zeitgemäß. Sie verringert die Akzeptanz und führt zu intrans­pa­renten Entschei­dungen. Demge­genüber sind Design Thinking und agile Vorge­hens­weisen ziel­füh­rende Methoden zur erfolg­reichen Durch­führung von Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jekten, und Mitar­beiter werden stärker aktiviert als in tradi­tio­nellen Projekt­an­sätzen. Erfahrene Coaches, die fachliche Expertise und metho­dische Fähig­keiten kombi­nieren, sind dabei essenziell.

Schritt für Schritt – es ist mehr als ein Projekt oder Programm

Wir bewegen uns auf eine neue Epoche der Finanz­funktion zu. Wichtig sind daher ein klarer Anspruch an die Digi­ta­li­sierung sowie ein konkretes Zielbild mit defi­nierten Etappen und einer fort­während starken Kommunikation.

Wir empfehlen, mit Leucht­türmen (Vorreiter-Projekte) zu starten, die mit einem Wow-Effekt erstaunen und moti­vieren. Da sich Tech­no­logien permanent weiter­ent­wi­ckeln, werden die heute aufwendig entwi­ckelten Lösungen morgen zum Standard. Daher sind gezielte Inves­ti­tionen mit Augenmaß wichtig, um erfolg­reich zu sein.