SAP revo­lu­tio­niert den Markt für ERP Lösungen – SAP S/4HANA

Die SAP Business Suite 4 SAP HANA, kurz: SAP S/4HANA, ist die SAP ERP Anwen­dungs­suite der nächsten Generation. Die neue Soft­ware­lösung, welche die bestehende SAP Business Suite ablöst, basiert voll­ständig auf der neuen Daten­bank­tech­no­logie SAP HANA. Warum es sich lohnen kann, auf S/4HANA umzu­satteln, beleuchtet der Blogbeitrag.

S/4HANA unter­stützt Unter­nehmen bei der digitalen Trans­for­mation ihrer Geschäfts­pro­zesse und stellt aus Sicht von SAP den „Digital Core“ für diese Trans­for­mation dar. Es bietet neue, verein­fachte und opti­mierte Funk­tio­na­li­täten für alle Fach­be­reiche. So umfasst S/4HANA neben dem Finance Modul auch Module für Vertrieb, Service, Marketing, Beschaffung, Fertigung, Logistik, Anla­gen­ma­nagement, Forschung und Entwicklung sowie Personalmanagement.

 

Inno­va­tionen durch SAP S/4HANA

Tech­no­lo­gisch besteht der Unter­schied zwischen SAP S/4HANA und tradi­tio­nellen ERP-Lösungen darin, dass die neueste Daten­bank­tech­no­logie SAP HANA als Spei­cherort für die ERP-Daten verwendet wird. SAP HANA zeichnet sich insbe­sondere dadurch aus, dass die Daten nicht auf langsamen Fest­platten, sondern im schnellen Arbeits­speicher abgelegt werden. In Kombi­nation mit der spal­ten­weisen Daten­spei­cherung, die z.B. eine verbes­serte parallele Ausführung von Rechen­ope­ra­tionen auf vielen Prozes­sor­kernen ermög­licht, lassen sich mit SAP HANA signi­fikant beschleu­nigte Daten­bank­ab­fragen realisieren.

Wurden Daten bisher aus Perfor­­mance-Gründen häufig redundant gehalten, ermög­lichen die beschleu­nigten Daten­bank­ab­fragen auch die Verwendung einer neuer Daten­mo­dell­mo­del­lierung. Bei dieser werden Daten aus verschie­denen Bereichen in einer großen Tabelle gespei­chert (z.B. im „Universal Journal“ für Daten aus den Modulen G/L, CO, AA, ML und CO-PA). Aufgrund der Vermeidung redun­danter Daten­haltung müssen qua Design keine Daten aus verschie­denen Quellen abge­stimmt werden, was zu einem verrin­gerten Aufwand, einem verbes­serten Throughput und einer verbes­serten Daten­qua­lität führt. Somit wird eine „Single Source of the Truth” für die Daten geschaffen. Zudem führt die Vermeidung redun­danter Daten­haltung zu einem gerin­geren Data Footprint, der durch die von SAP HANA verwen­deten Kodie­­rungs- und Kompres­si­ons­tech­niken weiter deutlich verringert wird.

Die Redun­danz­freiheit führt außerdem dazu, dass zur zeitnahen Bereit­stellung von Daten­bank­ab­fragen vorab keine fixen Daten-Aggregate definiert und imple­men­tiert werden müssen. Dadurch bieten sich flexi­blere Abfra­ge­mög­lich­keiten auf Line Item Level, d.h. in der höchst­mög­lichen Granu­la­rität. Aufgrund der sehr hohen Geschwin­digkeit von Daten­bank­ab­fragen, die durch SAP HANA ermög­licht wird, können auch große Daten­mengen on-the-fly berechnet werden.

Mit SAP Fiori stellt SAP auch ein neues User Interface für die Verwendung mit dem ERP System zur Verfügung. Insbe­sondere im Vergleich zur bisher verwen­deten SAP GUI bietet Fiori ein sehr anspre­chendes, aufge­räumtes und intui­tives Layout, das über alle Anwen­dungen hinweg verein­heit­licht ist. Während herkömm­liche User Inter­faces zumeist funk­ti­ons­ba­siert sind, verwendet Fiori einen rollen­ba­sierten Ansatz. Wurde bisher eine Trans­aktion im SAP ERP für viele Rollen mit zu vielen und komplexen Funk­tio­na­li­täten zur Verfügung gestellt, werden mittels Fiori nur dieje­nigen Apps mit einfachen Funk­tio­na­li­täten bereit­ge­stellt, die der Nutzer in seiner spezi­fi­schen Rolle benötigt. Als persön­licher Einstiegs­punkt dient dabei das in der folgenden Abbildung exem­pla­risch darge­stellte SAP Fiori Launchpad:

Abb. 1: SAP Fiori Launchpad (exem­pla­risch)

SAP Fiori verwendet die auf HTML5 basie­rende User Interface Tech­no­logie SAPUI5 und kann sowohl auf dem Desktop / Laptop, als auch auf mobilen Endge­räten wie Tablets und Mobil­te­le­fonen verwendet werden.

Zudem hat SAP mit SAP Activate ein neues Imple­men­tie­rungs Framework für S/4HANA entwi­ckelt, das auf den folgenden drei Säulen beruht:

  • Metho­dology: Neue Metho­do­logie zur Imple­men­tierung von S/4HANA für alle Deployment Optionen (On-Premise, Cloud oder Hybrid) und Projektgrößen.
  • SAP Best Practices: In klas­si­schen ERP Einfüh­rungs­pro­jekten findet zu Beginn eine lange Phase der Requi­re­ments Aufnahme statt, gefolgt von der Konfi­gu­ration des Systems „from Scratch“. Im Gegensatz dazu bietet die SAP mit dem World Template-Ansatz Business Prozesse an, die out-of-the-box verwendet werden können und für S/4HANA optimiert sind. Die Imple­men­tie­rungszeit  und ‑Imple­men­tie­rungs­kosten werden dadurch signi­fikant reduziert, so dass nur noch Fit-Gap-Analysen zwischen dem World Template und den Kunden Requi­re­ments durch­ge­führt (Delta Workshops) und auch nur diese Abwei­chungen im System custo­mized werden müssen.
  • Guided Confi­gu­ration: Neue Umgebung und neuer Ansatz für die assis­tierte System­kon­fi­gu­ration und für die Imple­men­tierung von Inno­va­tionen während des gesamten Produkt­le­bens­zyklus, der u.a. auch das Testen von Prozessen, die Daten­mi­gration sowie das Training und Onboarding von System­nutzern unterstützt.

Simple Finance

Derzeit werden im Zusam­menhang mit S/4HANA und Versionen von ERP Funk­tio­na­li­täten im Bereich Finance Begriff­lich­keiten und Versi­ons­be­zeich­nungen häufig synonym verwendet, ohne dass diese tatsächlich die gleiche Bedeutung haben. Die folgende Abbildung bietet eine Übersicht über die verschie­denen Versionen und zeigt Migra­ti­ons­pfade und Upgrade­pfade im Bereich On-Premise auf:

Abb. 2: Versionen und Migra­­tions-/Update­pfade im Bereich On-Premise

Einen Überblick über verschiedene Szenarien zur Einführung von SAP S/4HANA bietet der Blog­beitrag „Imple­men­tierung von SAP S/4HANA“.

Wesent­liche Vorteile im Bereich Finance ergeben sich durch S/4HANA beispiels­weise durch beschleu­nigte Abschluss­pro­zesse (Fast Close) in Folge des mini­mierten Abstim­mungs­auf­wands bzw. einer konti­nu­ier­lichen Inter­company Recon­ci­liation. Zudem wird ein Real-Time Cash- und Liqui­di­täts­ma­nagement ermög­licht. Außerdem ergeben sich völlig neue Möglich­keiten im Bereich des Risi­ko­ma­nage­ments im Allge­meinen und in den Bereichen Fraud Detection und Prevention im Spezi­ellen. So können z.B. poten­ziell betrü­ge­rische Buchungen in Real Time iden­ti­fi­ziert und unter­bunden werden.

Zudem ist es möglich, S/4HANA (Finance) als Central Finance-System zu imple­men­tieren. Dabei handelt es sich um eine Tech­no­logie, mit Hilfe derer Daten aus hete­ro­genen, frag­men­tierten ERP-Syste­m­­lan­d­­schaften (bestehend aus SAP-Systemen verschie­dener Releases sowie Nicht-SAP ER ‑Systemen) in Echtzeit in die Central Finance Instanz repli­ziert werden können. Dies ermög­licht ein Real-Time Reporting basierend auf sämt­lichen ERP-Daten.

Fazit

Insgesamt stellt S/4HANA eine äußerst gelungene Weiter­ent­wicklung der bishe­rigen ERP-Suite dar, bei der die „Kinder­krank­heiten“ zu einem großen Teil bereits ausge­merzt sind. Insbe­sondere die Ausnutzung der tech­no­lo­gi­schen Möglich­keiten von SAP HANA und die erheb­liche Verbes­serung des User Inter­faces durch die Verwendung von Fiori stechen hier positiv hervor. Ebenso erleichtert SAP Activate und die Verwendung des World Templates die Imple­men­tierung und verringert die damit verbundene Zeit und die Kosten gegenüber tradi­tio­nellen ERP-Systemen. Aller­dings ist die Imple­men­tierung trotz der neuen Metho­do­logie immer noch alles andere als ein Selbst­läufer und lohnt sich v.a. dann, wenn man bisher ein veral­tetes oder schlecht konfi­gu­riertes ERP-System verwendet und wenn man eine breite SAP-Inte­­gration anstrebt, d.h. eine Vielzahl von SAP ERP-Modulen und ggf. weitere SAP-Appli­­ka­­tionen (z.B. BW, BPC (embedded)) verwenden möchte.

Aufgrund unserer Erfahrung mit der Imple­men­tierung von S/4HANA verfügen wir über ein breites Wissen und unter­stützen Sie gerne sowohl bei der Erstellung des entspre­chenden Business Cases als auch bei der späteren Implementierung.

 

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