IBCS® – CHECK: Visuelle Inte­grität sicherstellen

Die SUCCESS Regeln für ein gelun­genes Reporting gliedern sich in die sieben Regel­gruppen SAY, UNIFY, CONDENSE, CHECK, EXPRESS, SIMPLIFY und STRUCTURE. Wir stellen diese in einer Beitrags-Reihe konti­nu­ierlich vor.

In diesem Teil der Serie geht es um die Regel­gruppe CHECK.

Der Empfänger eines Berichtes erwartet, dass die präsen­tierten Daten korrekt und verständlich sind. Bei CHECK soll die visuelle Inte­grität gewähr­leistet werden, was bedeutet, dass man falsche Skalie­rungen, mani­pu­lierte Darstel­lungs­formen und miss­ver­ständ­liche Visua­li­sie­rungen vermeidet.

Vermeidung von mani­pu­lierten Achsen

Im vorlie­genden Diagramm beginnt die Achse mit dem Wert 10. Achsen sollten jedoch ab dem Wert 0 starten, um eine miss­ver­ständ­liche Inter­pre­tation zu vermeiden.

Wie man bei einem Vergleich der beiden Darstel­lungs­weisen erkennen kann, wird die Botschaft durch den Achsen­beginn bei 10 klar verfälscht, da der Unter­schied zwischen den beiden Daten­reihen größer wirkt, als er tatsächlich ist. Daher ist das untere Diagramm zu bevorzugen.

Weiter sollten generell loga­rith­mische Achsen nur dann verwendet werden, wenn dies inhaltlich sinnvoll ist. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Stei­gerung über mehrere Daten­reihen mit unter­schied­licher Basis darge­stellt werden soll. Dies ist etwa bei der Darstellung der Werten­wicklung von Aktien der Fall, sonst aber nur selten relevant.

Wenn ein Diagramm verschiedene Klassen von Elementen (z. B. Alters­klassen) darstellt, sollten Klas­sen­größen gleicher Breite (z. B. zehn Jahre) verwendet werden. Andern­falls ist eine visuelle Vergleich­barkeit nicht möglich oder schwieriger.

Um die visuelle Vergleich­barkeit zu gewähr­leisten ist es essen­ziell, aussa­ge­kräftige Achsen zu verwenden und Aussagen nicht durch die Mani­pu­lation von Achsen zu übertreiben.

Vermeidung von mani­pu­lierten Visualisierungselementen

Abge­schnittene Visua­li­sie­rungs­ele­mente machen eine visuelle Vergleich­barkeit schwierig, weswegen abge­schnittene Achsen in Grafiken mit stark abwei­chenden Werten vermieden werden sollten.

Bei Skalie­rungs­pro­blemen können kreative Visua­li­sie­rungs­ele­mente verwendet werden, um Extrem­werte zu vergleichen, z.B. ermög­licht die Anzeige von Daten in zwei­di­men­sio­nalen oder drei­di­men­sio­nalen Visua­li­sie­rungs­ele­menten den Vergleich von Werten unter­schied­licher Größenordnungen.

Vermeidung von miss­ver­ständ­lichen Darstellungen 

Man kann Daten nur dann als Darstellung visua­li­sieren, wenn die Größe der Elemente den zu Grunde liegenden Daten entspricht. Dies trifft ebenfalls auf das Volumen von Darstel­lungen zu, welches linear darge­stellt werden sollte. Im linken Beispiel können die Zahlen visuell nur schwer aus der jewei­ligen Darstel­lungs­größe abge­leitet werden. Im rechten Beispiel dagegen spiegeln sich die Zahlen exakt in der Größe der jewei­ligen Säule wider.

Farbige Flächen sollten nicht für die Visua­li­sierung von nicht gebiets­be­zo­genen Zahlen wie beispiels­weise regio­naler Markt­an­teile oder Umsatz­rendite verwendet werden. Statt­dessen sollten Spalten oder Balken mit iden­ti­schem Maßstab in Karten posi­tio­niert werden. Hierbei funk­tio­nieren auch Torten­dia­gramme gut, weil sie genau an einer Stelle (z.B. einer Stadt) platziert werden können.

Verwendung von iden­ti­scher Skalierung

Durch eine iden­tische Skalierung wird visuelle Vergleich­barkeit ermög­licht. In den folgenden Diagrammen wurde ein unter­schied­licher Maßstab verwendet. Wie man sieht, ähneln sich die Diagramme, obwohl die Werte sehr weit ausein­ander liegen.

Wenn mehr als ein Diagramm derselben Einheit auf einer Seite angezeigt wird, sollte der gleiche Maßstab für diese Diagramme verwendet werden, da sonst die Inter­pre­tation der Darstellung erschwert bzw. verfälscht wird.

Hierbei wird jedoch auch ersichtlich, dass die Verwendung iden­ti­scher Skalen in mehreren Diagrammen schwierig ist, wenn sich die Werte in den Diagrammen sehr stark vonein­ander unter­scheiden. Das Diagramm mit den verhält­nis­mäßig geringen Werten kann dann schlecht präsen­tiert werden.

Eine gute Lösung besteht darin, die Diagramm­größe an die ange­ge­benen Daten anzu­passen, oder dass man den unter­schied­lichen Maßstab klar erkennbar macht z.B. durch Skalie­rungs­in­di­ka­toren. Dazu gehören Skalie­rungs­linien und Skalie­rungs­be­reiche, die die gleiche nume­rische Höhe in allen Diagrammen anzeigen. Sie sorgen für einen erkenn­baren Vergleich zwischen mehreren Diagrammen derselben Einheit mit verschie­denen Maßstäben. IBCS schlägt hierfür folgendes Design vor:

Bestimmte Werte, die im Vergleich zu anderen Werten sehr groß sind, werden als Ausreißer bezeichnet. Bei mehr oder weniger unwich­tigen Ausreißern sollten deswegen Ausreißer Indi­ka­toren verwendet werden.

Lupen ermög­lichen das Zoomen auf einen Teil eines Diagramms mit einer größeren Skala. Hierbei sollte ein geeig­netes Visua­li­sie­rungs­element verwendet werden, um den Teil des Diagramms zu markieren, der vergrößert werden soll. Anschließend wird der Teil mit einem zweiten Diagramm verknüpft, das diesen in einem vergrö­ßerten Maßstab anzeigt.

Fazit

Mit der Regel­gruppe CHECK soll die visuelle Inte­grität sicher­ge­stellt werden. Demnach sollten Maßein­heiten, Skalie­rungen korrekt verwendet und miss­ver­ständ­liche Darstel­lungen vermieden werden.

Im Verlauf der weiteren Blog Reihe werden weitere Regel­gruppen vorge­stellt und die Grafiken dementspre­chend optimiert.

Wenn Sie Ihr Reporting ebenfalls nach den Gesichts­punkten des IBCS® opti­mieren möchten oder andere Fragen zu den Themen Reporting und Berichts­wesen haben, wenden Sie sich gerne an uns.

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